Rund um den Michel

Rund um den Michel
NO3
So, 18.01.2026 | 18:00 - 18:45

Lokales (D 2026)

In dieser Ausgabe "Rund um den Michel" geht es heiß her – aber es wird auch richtig frostig! Der Januar mag der kälteste Monat des Jahres sein; und was gibt es dann Schöneres, als sich im kalten Hamburg von warmen, würzigen Gerüchen verlocken zu lassen? In einem der größten Kühlhäuser der Stadt herrschen Temperaturen, die selbst im Winter für Gänsehaut sorgen. Und Menschen stürzen sich bei winterlichen Temperaturen freiwillig ins eiskalte Wasser. "Rund um den Michel" bringt die Kontraste der Stadt zusammen: vom frostigen Hafen bis zu den wärmenden Orten, die den Winter erträglich machen. Eisbaden im Stadtparksee Es ist in den letzten Jahren zu einem echten Trend geworden: Eisbaden! Nichts für Warmduscher, aber dafür mit vielen Vorteilen für Gesundheit und mentale Stärke. "Rund um den Michel" begleitet eine Gruppe von Freunden, die sich im Winter regelmäßig zum Eisbaden im Hamburger Stadtparksee verabredet. Schärfekick in Hamburgs Süden: die Bruzzelhütte Stefan Labanns Bruzzelhütte in Harburg ist Kult, denn hier gibt es Hamburgs schärfste Currywurst. Die Schärfe-Skala reicht von Milchbrötchen bis Endstation, schärfer als Pfefferspray. "Rund um den Michel" hat Hamburgs feurigsten Imbiss besucht. Hamburg gibt sich kühl, hat aber Leidenschaft im Blut Hamburg. Die vielleicht einzige Stadt, in der Menschen sich mit derselben Leidenschaft begrüßen. Ein knappes Moin kann bekanntlich alles bedeuten, von "Guten Tag" bis "Bitte belästigen Sie mich nicht." Doch was viele übersehen: unter der coolen Schale brennt ein Feuer. Hamburg gibt sich kühl, ist aber in Wirklichkeit voll heißer Leidenschaft. "Rund um den Michel" zeigt die Hamburger Emotions-Hotspots. Die Glasbläserin: ein aussterbender Beruf Glas ist ein erstaunliches vielfältiges Material, von kunstvollen Glasfenstern im Mittelalter bis zu modernen Innovationen wie Glasfasern. Das jahrhundertealte Handwerk des Glasblasens ist dagegen heute nur noch eine sehr kleine Nische. In ganz Deutschland gibt es schätzungsweise nur noch um die 3000 Gläsbläserinnen und Glasbläser, von denen der größte Teil in großen Manufakturen arbeitet. Nur ein ganz kleiner Teil arbeitet selbstständig. Trockeneis: das Zaubermittel der Gastronomiebranche Was wären die ganzen Nahrungsmittel, die Fische auf dem Fischmarkt, die Drinks für die Partys auf dem Kiez, ohne Trockeneis? Das Zaubermittel für alle, die mit Essen und Trinken zu tun haben, kommt oft aus Hamburg: seit 1971 ein echtes Original aus dem Werk des Unternehmens Wonsak CO2 Hamburg. Die Firma geht mit zwei Mitarbeitenden und einer Vision an den Start: die Gastronomie im Großraum Hamburg mit Kohlensäure beliefern. 2006 übernimmt Sohn Michael das Ruder. Mit digitalem Pioniergeist und Weitblick erschließt er neue Geschäftsfelder und führt den Betrieb in eine neue Ära. Als drei Jahre später auch seine Frau Martina einsteigt, nimmt alles nochmal an Fahrt auf. Mit ihr als treibende Kraft und gute Seele im Unternehmen folgt der nächste Meilenstein: die eigene Trockeneisproduktion. T-Shirt-Temperaturen am Arbeitsplatz: in der Reinigung Früher gehörte die Heißmangel zum Standard in jeder Reinigung, inzwischen gibt es nur noch wenige in Hamburg. Eine davon betreibt die Familie Dethloff in Eilbek. Ob Wäsche von Hotels, Restaurants oder Privatpersonen, hier wird noch täglich gemangelt. Manuela Dethloff hat über die Jahre einen treuen Kundenstamm aufgebaut. Sie selbst war überrascht, dass ihr Sohn Luke, der vorher Fitnesstrainer war, sich vor einem Jahr bereit erklärt hat, den Betrieb zu übernehmen. Nun arbeiten Mutter und Sohn zusammen an der Mangel. Und ist es draußen noch so kalt, bei ihnen drinnen ist es immer schön muckelig warm. Unterwegs mit dem Kältebus Temperaturen unter null Grad, Schneeregen und Wind: nachts draußen zu übernachten ist im Winter gefährlich. Um Menschen vor dem Erfrieren zu schützen, fährt seit sechs Jahren der Kältebus durch Hamburg. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden sprechen obdachlose Menschen auf der Straße an, bieten warme Getränke, Essen und Schlafsäcke, Isomatten und Jacken an und bringen sie in Notunterkünfte oder das Winternotprogramm. Koordiniert wird der Bus vom CaFée mit Herz in St. Pauli. "Rund um den Michel" begleitet den Kältebus einen Abend lang, spricht mit obdachlosen Menschen und den Ehrenamtlichen. Kalt und heiß für die Augen: Lichtdesignkonzepte in der Stadt Kalt und heiß kann man nicht nur durch die Haut, sondern auch mit den Augen fühlen. Wie sich damit bewusst spielen lässt wissen Lichtdesigner, die mit Lampen, Fenstern und Spiegeln die unterschiedlichsten Atmosphären schaffen. "Rund um den Michel" lässt sich von Katja Winkelmann und Robert von Sichart für kaltes und warmes Licht in der Stadt sensibilisieren und zeigt, wie die Kreativen ihres Ateliers Licht 01 Räume betrachten und Räume gestalten: vom Atlantic Hotel bis zum Barlach Museum, vom einstigen Unilever-Haus bis zur Handelskammer. Hamburgs vielleicht kältester Arbeitsplatz Im Hamburger Hafen, in Altenwerder, befindet sich der wohl kälteste Arbeitsplatz der Stadt. Im Fischlager-Kühlschrank sind bis zu 60 Grad minus völlig normal wie auf dem kältesten Kontinent der Erde, der Antarktis. Ohne warme Thermoklamotten geht in dem Job gar nichts. Reihenweise liefern große Kühltransporter tiefgefrorenen und fangfrischen Edelfisch aus Europa und der ganzen Welt. Hier lagern Shrimps, Buttermakrele, Thunfisch, Karpfenrogen oder Seealgensalat. Von hier aus fahren Tiefkühl-Lkw täglich quer durch Deutschland, um die Waren an die Kundschaft zu liefern. Ohne die Arbeit dieser Männer und Frauen wären die Kühltruhen im Supermarkt leer und die Angebote auf den Speisekarten weniger.

Thema
  • heiß & kalt.