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Rund um den Michel

Rund um den Michel
NDR Fernsehen logo
So, 31.05.2026 | 18:00 - 18:45

Lokales (D 2026)

Ob auf dem Handballfeld, in einem Mehrgenerationenhaus oder im Betrieb der Familie Degener von Amphicars: In dieser Ausgabe von "Rund um den Michel" stehen Hamburger Familien und ihre ganz besonderen Leidenschaften im Mittelpunkt. Die Sendung erzählt von Menschen, die Traditionen bewahren, ihre Begeisterung weitergeben und Hamburg mit ihrem Zusammenhalt prägen. Drei Generationen, eine Leidenschaft: Liebe für Amphicars Sind sie ein Boot? Sind sie ein Auto? Die wie Bonbonsbunten Amphicars sind inzwischen seltene Oldtimer. Für Familie Degener aus Hamburg-Curslack sind sie quasi seit drei Generationen Familienmitglied. Ihre Eltern haben Patricia Degener schon in ihrer Kindheit dafür begeistert. Diese Leidenschaft hat sie inzwischen an ihre eigenen Kinder weitergegeben. Schon als Babys waren sie auf den schwimmenden Autos unterwegs. Und jedes Jahr kann die Familie es kaum abwarten, wieder Elbe, Spree oder den Rhein in ihrem geliebten grünen "Frosch" mit vier Rädern und zwei Schiffsschrauben unsicher zu machen. Wenn aus Nachbarn Familie wird: Mehrgenerations-Verein in Volksdorf Ein Platz für das gemeinschaftliche Leben: Das ist das Herz der Alstervögel. Seit fast acht Jahren wohnen hier etwa 60 Erwachsene im Alter von 30 bis 80 Jahren zusammen. Dazu 25 Kinder – Kleinstalter bis Jugendliche. Ein soziales, ökologisches und generationsübergreifendes Wohnprojekt in den Walddörfern. Jedes Jahr gibt es ein gemeinsames Sommerfest, die einzelnen Häuser richten Feste aus, es gibt geregelte Treffen und Arbeitsgemeinschaften. So gibt es hier einen Gartendienst, aber auch ein gemeinsames E-Auto, das von allen genutzt wird. Dann kauft Jung auch mal für Alt ein. Und wer hier in Rente ist, macht Angebote für die Kinder: Flöte spielen, Nähkurse, gemeinsamen Essen. Viel muss abgestimmt werden, viel wird gemeinsam gemacht – wie in einer Familie. Auch deshalb ist nicht immer alles leicht – es überwiegt aber die Freude an der Gemeinschaft und doch die Möglichkeit zu haben, sich bewusst zurückzuziehen. Herausforderungen einer queeren Familie in Hamburg Vor zehn Jahren haben Dortje Schirok und ihre Partnerin Larissa Giese ihr erstes gemeinsames Kind bekommen, inzwischen sind noch drei weitere dazu gekommen. Mitten in St. Georg fühlten sich die beiden mit ihrer Familie immer sicher und willkommen. Das ist zwar immer noch so, allerdings ist das offene Leben als queere Familie auch in einer Stadt wie Hamburg mittlerweile eine Herausforderung geworden – Homophobie und Feindseligkeit gegenüber anderen Familienmodellen erleben auch sie. So haben die beiden Frauen vor zwei Jahren einen gemeinnützigen Verein gegründet, mit dem sie die Vielfalt von Familienformen, von Regenbogenfamilien und die Rechte queerer Eltern fördern. Hafenrundfahrt mit Tradition: die Barkassen-Centrale Ehlers Dieser Familienbetrieb sorgt seit drei Generationen für Bewegung im Hamburger Hafen. 1979 kauften sich der Schiffsführer Günter Ehlers und seine Frau Hiltrud ihre erste Barkasse "Klaus" und legten damit den Grundstein für die heutige Barkassen-Centrale Ehlers. Heute leitet der Namensgeber dieses Schiff, ihr Sohn Klaus Ehlert, zusammen mit seiner Frau Birgit das Unternehmen, in dem auch noch viele andere Familienmitglieder arbeiten. Genau wie die beiden ist auch ihr Sohn Jan ausgebildeter Hafenschiffer und fährt regelmäßig Touristen auf einer ihrer zwölf Barkassen durch den Hafen. Familie Seyffarth: mehr als ein Jahrhundert für den Handball Kaum ein Name ist mit der Handball-Abteilung des SC Alstertal-Langenhorn seit Jahrzehnten so sehr verbunden wie der Name Seyffarth. Schon 1936 ist Gerda Seyffarth in Fuhlsbüttel in den Verein eingetreten, der damals noch TuS Alstertal hieß. Als Spielerin und Trainerin hat sie die Abteilung nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut, hat unzählige Jugendmannschaften trainiert und zu Hamburger und deutschen Meisterschaften geführt. Später war sie auch Abteilungsleiterin. Die heute 98-Jährige saß bis vor zwei Jahren noch als Betreuerin mit auf der Trainerbank. Auch zwei ihrer Söhne haben lange Handball gespielt und zwei ihrer Enkel sind heute noch aktiv. Diese Familie hat Handball im Blut. Anfang des Monats wurden Gerda, Volker und Heiko Seyffarth für insgesamt 210 Jahre Mitgliedschaft und Engagement beim SCALA geehrt. Kinder mit Behinderung: Vor diesen Herausforderungen stehen Eltern Friedrich ist 16 Jahre alt, geistig aber auf dem Stand eines Kleinkindes. Sprechen kann er kaum, laufen nur wenige Meter und auch sonst ist er motorisch stark eingeschränkt. Dazu ist er Autist. Ein Gendefekt hat diese Behinderung ausgelöst. Seine Eltern, beide beschäftigt am Hamburger Universitätsklinikum UKE, mussten ihr komplettes Leben umstellen. Beide arbeiten seit Friedrichs Geburt nur noch halbtags, um den Familienalltag mit ihrem mehrfach behinderten Sohn zu meistern. "Rund um den Michel" durfte sie dabei einen Nachmittag lang begleiten und erfahren, vor welche Herausforderungen sie das Leben mit Friedrich stellt – und warum sie sich dennoch keinen besseren Sohn vorstellen können. Ernst Brendler: Marine- und Tropenuniformen in fünfter Generation Ob Moskitonetze, Elbsegler, Marineuniformen oder mückendichte Khakihosen – seit mehr als 140 Jahren ist der Familienbetrieb Ernst Brendler, direkt neben dem Rathaus, die erste Adresse für Weltenbummler und jeden, der ein maritimes Outfit sucht. Inzwischen steht bei dem Tropen- und Marineausstatter die fünfte Generation in den Startlöchern: Kay, Sohn von Geschäftsführerin Ingrid Osthues und ihrem Mann Rolf, möchte den Traditionsbetrieb weiterführen. Wie Familie: die Selbsthilfe-Gemeinschaft Hanseatic Trouble Shooters Unter dem Motto "spielend nüchtern bleiben" haben sich vor zehn Jahren die Hanseatic Trouble Shooters gegründet. Regelmäßige Treffen, Gemeinschaft und sich beim Sport richtig auspowern – das schweißt die sportliche Selbsthilfe-Gemeinschaft fest zusammen. Ob gemeinsam einen Umzug stemmen oder sogar zusammen im gleichen Haus leben – hier ist das Wir-Gefühl stärker als die Sucht. Die Laxy-Schwestern und ihr Traum vom Strandkiosk Die Schwestern Raphaela Laxy (46) und Jana Laxy (49) haben sich einen Traum erfüllt, seit einem Jahr betreiben sie den Kiosk Ricky Beach im Süden Hamburgs – direkt am Oortkatenufer des Hohendeicher Sees. Den Ort kennen sie schon lange, haben bereits früher dort gearbeitet und immer davon geträumt, die kleine Oase mal selbst zu betreiben. Als Jana dann zufällig im Internet sah, dass die Beachbar abzugeben ist, haben sie sich ins Abenteuer gestürzt und den Imbiss am See übernommen. Keine einfache Aufgabe, denn ein Strandkiosk ist nun mal wetterabhängig und der Hamburger Sommer kurz und launisch. Raphaela ist Chefin, Jana hilft, wann immer sie kann. Und sobald die Sonne scheint, das Wasser auf dem See glitzert und die Gäste sich wie im Urlaub fühlen, ist die kleine Oase für die Schwestern und ihre Familie der schönste Platz der Welt.

Thema
  • Familiengeschichten zwischen Elbe und Alster.