WeltWeit
Vermischtes (A 2026)
USA, Kanada, Mexiko: Lokalaugenschein vor der WM. Am 11. Juni beginnt die Fußball-WM und zum ersten Mal in der Geschichte wird sie von drei Ländern gemeinsam ausgetragen: USA, Kanada und Mexiko. Gespielt wird an insgesamt 16 Orten, die über die drei Länder verteilt sind. Das Turnier inszeniert ein geeintes Nordamerika, doch eigentlich waren es gerade die beiden Länder Kanada und Mexiko, die Trump in seiner zweiten Amtszeit extrem unter Druck gesetzt hat. Die WeltWeit Reporter: innen schauen sich im Vorfeld des großen Sport-Spektakels an, ob der Fußball einen kann, was Trump mit seiner Zoll-, Wirtschafts- und Einwanderungspolitik so konsequent zerstört hat. Kanada will sich von den USA emanzipieren: "Buy Canadian" ist längst mehr als ein Slogan. Auf einem Roadtrip entlang der Grenze trifft Benedict Feichtner Menschen, für die sich das Verhältnis zum Nachbarn spürbar verändert hat. In der kanadischen Autostadt Windsor direkt gegenüber von Detroit, erzählt Unternehmer Stephen Hargreaves, dass er statt wie früher dreimal pro Woche jetzt nur noch dreimal im Jahr in die USA fährt. Bar-Inhaberin Nicole Sekela hat aus Protest alle US-Produkte aus ihren Regalen verbannt. Donald Trumps feindliche Zollpolitik macht es kanadischen Unternehmen wie Schneepflug-Hersteller "Arctic Snowplows" unmöglich, ihre Produkte auf dem amerikanischen Markt konkurrenzfähig anzubieten. In Mexiko wird der Widerspruch zwischen "Sport als verbindendendes Element" und der Realität besonders deutlich. Isabella Purkart erfährt, wie stark das Land die Folgen der harten US-Immigrationspolitik zu spüren bekommt. Seit dem Amtsantritt von Trump sind etwa 150.000 Mexikaner und Mexikanerinnen deportiert worden. Viele Familien in den Dörfern haben damit die finanzielle Unterstützung durch die Angehörigen in den USA verloren. Und die Rückkehrer finden in der Heimat keine Arbeit. Zugleich ist Mexiko wirtschaftlich eng an die USA gebunden. Das Land produziert vorrangig für den US-Markt und ist seinerseits beim Erdgas stark auf die Lieferungen aus den USA angewiesen. Präsident Donald Trump hat die Fußball-WM zu einem seiner Prestigeprojekte gemacht. In den USA ist Markus Müller in Los Angeles unterwegs. In keiner anderen amerikanischen Großstadt ist Fußball so präsent wie hier mit seinen großen Zuwanderer-Communities. Er besucht den Fußballklub "Downtown-Soccer LA.", in dem es ein spezielles Programm zur Förderung von Latinas gibt. Immer wieder tauchen Beamte von ICE auf, um den Aufenthaltsstatus der Eltern der Spielerinnen zu prüfen. In Long Beach trifft er den ehemaligen Fußballspieler Alan Johnson, der gerade den alten Industrie-Fischereihafen zu einem großen Freizeitzentrum umbaut. Bis zum Start der WM soll der erste Teil der Anlage fertig sein – mit einer großen Fanzone, um dort die Spiele schauen zu können, ohne horrende Summen ausgeben zu müssen. Inzwischen geht die US-Justiz gegen die Preispolitik der FIFA vor, denn schon die billigsten Tickets für die interessanten Spiele kosten mehrere tausend Dollar.
- USA, Kanada, Mexiko: Lokalaugenschein vor der WM.
