Psychose und Gewalt: Wie groß ist die Gefahr?
Gesellschaft (D 2026)
Die Amokfahrt in Leipzig Anfang Mai, bei der zwei Menschen starben, hat wieder einmal die Frage aufgeworfen: wie gefährlich sind psychisch Kranke, und wie kann besser und frühzeitig erkannt werden, ob eine Gefahr für solche Taten besteht? Der Täter von Leipzig soll an einer Psychose gelitten haben; kurz vor der Amokfahrt war er in einer psychiatrischen Klinik gewesen. "exactly" beschäftigt sich mit einem Fall abseits der Schlagzeilen. Vor dem Landgericht Leipzig musste sich im Sommer eine 39-jährigen Frau verantworten. Ihr wurden mindestens zehn teils schwere Körperverletzungen vorgeworfen – sie griff immer wieder ahnungslose Opfer an, völlig aus dem Nichts. Sie leidet an einer paranoiden Schizophrenie; das Gericht ordnete schließlich eine Unterbringung in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie an. Seit 2,5 Jahren wird Gewalt durch psychisch Kranke verstärkt in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen diskutiert. Ausgangspunkt war der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, erklärt Thomas Pollmächer, Ex-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Vorsitzender der Kommission "Ethik und Recht". Die Debatte verläuft im Spannungsfeld zwischen den Grundrechten des Einzelnen und Zwangsmaßnahmen zum Schutz der Allgemeinheit. "exactly" fragt: wie gut sind psychisch Erkrankte und deren Angehörige versorgt? Wo sind mögliche Lücken im System?
